Damit alles fließt – Integrated Truck Guidance

Das Verkehrsleitsystem: Ideale Grundlage zur Optimierung und Harmonisierung multimodaler Verkehrsträger für die Hubs der Zukunft.

Das weltweite Wachstum von Warenströmen stellt Verkehrsknotenpunkte wie Häfen, Flughäfen oder Güterterminals vor große Herausforderungen. Hubs müssen leistungsfähiger werden und erreichbar bleiben, auch wenn die Kapazitäten der Verkehrswege im Hinterland begrenzt ist und Erweiterungen nur bedingt möglich sind. Die Konsequenz: Vorhandene Infrastrukturen müssen effizienter genutzt werden.

Um die Effizienz an Logistikknotenpunkten zu steigern, bietet vor allem die schnellere Abfertigung der Lkws große Potenziale: Unnötige Wartezeiten mit langen Staus zu Stoßzeiten können vermieden werden und eine umfassende Transparenz über die aktuelle Verkehrslage in und an den Hubs räumt Engpässe aus dem Weg.

Hier schafft ein neues, intelligentes Verkehrsleitsystem neue Kapazitäten!

Alles im Blick

Nachdem der Lkw-Fahrer sich über eine Smartphone-App im System angemeldet hat, wird via GPS seine Position ermittelt. Fahrer, Logistikdienstleister und Terminalbetreiber erkennen auf einen Blick, ob geplante und voraussichtliche Ankunftszeit übereinstimmen. Ist das der Fall, kann der Fahrer seine geplante Route fortsetzen. Ein reibungsloser Ablauf ist sichergestellt.

Doch auch, wenn es zu Verzögerungen kommt, können Logistikdienstleister und Terminalbetreiber auf Grundlage der Information umdisponieren: Der Lkw-Fahrer erhält den nächsten möglichen Slot. So werden Staus vermieden und Wartezeiten reduziert. Sofern ein neuer Slot nicht sofort zur Verfügung steht und es zu kurzfristigen Wartezeiten kommt, wird der Fahrer über die App automatisch über vorhandene Parkplätze informiert und kann mit einem neuen Ziel-Slot seine Fahrt fortsetzen.

Durch diese intelligente Zulaufsteuerung lassen sich Logistikprozesse in Zukunft noch effizienter gestalten. Zudem wird die Integration von IT-Systemen vorangetrieben, um den Verkehrsfluss zu verbessern. Für Lkw-Fahrer. Für Spediteure. Für Logistikdienstleister. Für Hub-Betreiber.

Aktueller Stand des Projektes:

Die Systeme zur Verkehrserfassung und dynamische Hinweisschilder in den Bereichen logport und Ruhrort sind montiert – es läuft der Pilotbetrieb. Fahrzeitinformationen auf den Hinweisschildern ermöglichen den Lkw-Fahrern, die optimale Route zu wählen. Dieser erste sichtbare Schritt ist der Anfang der Realisierung. Die intelligente App befindet sich parallel in der finalen Entwicklungsphase und wird ebenfalls schon im Pilotbetrieb getestet.

Nach erfolgreicher Pilotphase soll das System auf weitere Hafenteile ausgeweitet werden. Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung des Projektes ist die enge und sehr gute Kooperation mit der Stadt Duisburg und dem Land NRW.

Da lediglich Verkehrsinformationen erfasst und keine Aufnahmen von Personen gemacht werden, wird der Datenschutz zu jeder Zeit eingehalten.

Weitere Informationen

Reisezeitermittlung

In das Verkehrsleitsystem ist das Straßennetz zwischen Duisburg-Ruhrort und logport I (Duisburg-Rheinhausen) einbezogen. Hierbei werden die Reisezeiten auf Alternativrouten erfasst und über Informationstafeln an die Lkw-Fahrer übermittelt. So erhalten die Lkw-Fahrer jederzeit eine aktuelle Entscheidungsgrundlage für die günstigste Route zum logport I bzw. zum Hafenbereich Ruhrort.

Durch die Wiedererkennung von Fahrzeug-Signaturen zwischen zwei Kameras kann die Reisezeit auf den Streckenabschnitten präzise ermittelt werden. Die Fahrzeugsignaturen werden mit Hilfe von ANPR-Kameras (ANPR = Automatic Number Plate Recognition/ automatischen Kennzeichenerfassung) erfasst.


Datenschutz

Es kommen die im Rahmen einer Verwendung von Videobeobachtungstechnologie geltenden Datenschutzvorschriften (BDSG § 6b) zur Anwendung. Auf die Erhebung wird mittels Hinweisschild hingewiesen.

Um den Datenschutz sicher zu gewährleisten, wird das Kennzeichen bereits im ersten Schritt der Datenverarbeitung direkt nach der Erkennung innerhalb der Kamera in eine anonymisierte Zeichenkette umgewandelt. Es werden keine Bild-Daten gespeichert oder weitergeleitet.

Die Umwandlung des Zeichenstrings erfolgt zusammen mit dem Salt mittels eines Hash-Algorithmus. Das Ergebnis wird auf 18 Bit reduziert. Dadurch wird eine Mehrdeutigkeit der Ergebnisse erzielt. Eine Rückverfolgung ist damit ausgeschlossen, da eine eindeutige Zuordnung der Fahrzeugsignatur zu Kennzeichen nicht mehr möglich ist.

Neben der vorher beschriebenen Tatsache liegt auch noch eine technische Restriktion vor, um das Erkennen von Personen auszuschließen. Deshalb wird bei allen Infrarotkameras ein Filter im 850nm-Bereich verwendet. So können weder die Anzahl noch das Aussehen der Insassen eines Fahrzeugs erkannt werden.